Spiegeltherapie

Beim Schlaganfall: Für welche Klienten eignet sich die Spiegeltherapie?

  • Schlaganfall
  • Complex Regional Pain Syndrome (CRPS früher Morbus Sudek)
  • Amputationen (Phantomschmerz) [1]

Ein sinnvoller Einsatz der Spiegeltherapie ist dann gegeben, wenn die Klienten die jeweiligen Anweisungen verstehen und umsetzten können.

Was ist Spiegeltherapie?

  • Ein Spiegel wird in der Körpermitte des Klienten platziert, sodass der gesunde Arm gespiegelt wird.
  • Die Therapeutin stellt dem Klienten Bewegungsaufgaben, die sie individuell für seine Leistungsfähigkeit entwickelt hat.
  • Der Klient beobachtet das Spiegelbild des gesunden Armes und erhält so die Vision, dass sein betroffener Arm bewegt wird.
  • Der betroffene Arm wird entweder hinter dem Spiegel gelagert oder führt die Bewegungen synchron mit aus.

Quelle: http://www.agh-webshop.de/therapiebedarf/spiegeltherapie/therapiespiegel-system-train.php

Wirksamkeit der Spiegeltherapie:

  • Durch die Spiegeltherapie übernehmen andere Hirnareale die Funktion derer, die durch den Schlaganfall ausgefallen sind.
  • Durch diesen Prozess erlernt der Klient die verloren gegangenen Funktionen wieder [2, 3].
  • Die betroffenen Muskeln lassen sich nach und nach wieder mehr bewegen und diese neu gewonnene Kompetenz dient in der Ergotherapie als Basis in einem Alltagstraining.
  • Die Spiegeltherapie kann sowohl direkt nach dem Schlaganfall, aber auch Jahre später wirksam sein [2].
  • Die jeweiligen Ergebnisse unterscheiden sich dabei von Klient zu Klient.

Das grundlegende Ziel der ergotherapeutischen Behandlung ist es stets die Selbstständigkeit im Alltag zu unterstützen. Die Spiegeltherapie kann die Funktionen also verbessern und somit wieder mehr Selbstständigkeit ermöglichen.

 

Anwendung der Spiegeltherapie

  • Die Therapie sollte in einem reizarmen Raum stattfinden, damit die Klienten sich ausschließlich auf die auszuführenden Bewegungen und die Wahrnehmung konzentrieren können.
  • Spiegeltherapie findet in Einzeltherapie statt und die jeweiligen Bewegungen sollten ausreichend wiederholt werden (ca. 30 Mal pro Sitzung) [1].
  • Die Therapeutin stellt dem Klienten Aufgaben, die sie individuell für seine Leistungsfähigkeit entwickelt hat und begleitet die Ausführung in der Therapie.
  • Ambulant betreute Klienten sollten die in der Therapie erhaltenen Übungen auch zu Hause täglich zu wiederholen [1].

 

Medizinisch-wissenschaftlicher Hintergrund
Die so genannten Spiegelneuronen sind laut neuester wissenschaftlicher Untersuchungen für das (Wieder-)Erlernen von Bewegungen zuständig sind [2, 3]. Die Spiegelneuronen sind immer dann aktiv, wenn eine Bewegung beobachtet oder ausgeführt wird. Doch schon alleine die Vorstellung der Bewegung reicht aus, um die Spiegelneuronen zu aktivieren [2, 3, 5]. Diese Tatsache macht sich die Spiegeltherapie zu Nutzen. Durch die Beobachtung der gespiegelten Bewegung der weniger betroffenen Seite, wird dem Gehirn sozusagen vorgegaukelt, dass der andere Arm sich bewegt. Die Spiegelneuronen sind aktiviert und lernen nach und nach die Bewegungen zu steuern. So können auch bei stark betroffenen Klienten die funktionellen Potentiale und somit die Unabhängigkeit im Alltag verbessert werden [1, 2, 4, 5, 6]. Die Ergebnisse unterscheiden sich dabei individuell von Klient zu Klient.

Für weitere Informationen zur Spiegeltherapie beachten Sie bitte die Quellenangaben.

Quellen:
[
1] Nakaten, A., Govers, J., Dohle, C. (2009). Spiegeltherapie in der Neurorehabilitation. Idstein, Schulz-Kirchner Verlag GmbH
[2] S. de Vries, T. Mulder (2007). Motor imagery and stroke rehabilitation: a critical discussion. In Journal of Rehabilitation Medicine 39: 5 – 13. Zusammenfassung einzusehen unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17225031
[3] Wheeler, M. (2010). UCLA researchers make first direct recording of mirror neurons in human brain. Studiert am 06.09.10 auf dem World Wide Web: http://newsroom.ucla.edu/portal/ucla/ucla-researchers-make-first-direct-156503.aspx.
[4] Altschuler, E. L., Wisdom, S. B., Stone, L., Foster, C., Galasko, D., Llewellyn, D. M. E., Ramachandran, V.S. (1999). Rehabilitation of hemiparesis after stroke with a mirror. In The Lancet 343: 2035 – 2036.
[5] Yavuzer, G., Selles, R., Sezer, N., Sütbeyaz, S., Bussmann, J.B., Köseoglu, F., Atay, M.B., Stam, H. J. (2008). Mirror Therapy improves hand function in subacute stroke: a randomized controlled trial. In Arch Phys Med Rehabil 69: 393–398.
[6] Stevens, J. A., Phillips Stoykow, M. E. (2004). Simulation of bilateral movement training through mirror reflection: a case report demonstrating an occupational therapy technique for hemiparesis. In Top Stroke Rehabil 11(1): 59-66.