Gruppenkonzept

Gruppenkonzept

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Auf dieser Seite möchten wir Sie über Inhalt und Ablauf des ergotherapeutischen Gruppenkonzepts „Ich bin stark!“ informieren:

Buch: Ich bin stark!

Ergotherapeutisches Gruppenkonzept zur Förderung eines starken und positiven Selbstbildes

978-3-8248-1188-5


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Autoren: Sara Hiebl, Mona Münchsmeier

Das Gruppenkonzept ist geeignet für:

  • Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren
  • Mädchen und Jungen

Das Gruppenkonzept wird bei folgenden Diagnosen angewandt:

Entwicklungsstörungen, Schwäche der Konzentrationsfähigkeit und Schwierigkeiten in der Interaktion, z.B. kombinierte

  • umschriebene Entwicklungsstörungen (F83)
  • Nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörungen (F89) mit Leitsymptomatik Konzen­ trationsschwäche
  • Nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörungen (F89) mit Leitsymptomatik Interaktionsstörung „„
  • Hyperkinetische Störung (F90.-)
  • Störungen des Sozialverhaltens (F91.-)
  • Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen (F92.-)
  • Emotionale Störungen des Kindesalters (F93.- außer F93.1)
  • Störung sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit, Jugend (F94.-)
  • Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F98.8)
  • Nicht näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F98.9)

Das Gruppenkonzept findet unter folgenden Rahmenbedingungen statt:

  • 9 Therapieeinheiten à 1,5 Stunden
  • 1 Therapieeinheit à 1 Stunde plus Elterngespräch von 0,5 Stunde
  • Gruppengröße 3 bis 5 Kinder
  • 2 Ergotherapeuten
  • Vor der Gruppentherapie muss jedes Kind mindestens 6 Stunden Einzeltherapie erhalten haben

Die Ziele der ergotherapeutischen Gruppenbehandlung sind:

Die Zielsetzung der ergotherapeutischen Gruppenbehandlung wird anhand des ergotherapeu­ tischen Fragebogens COPM (Canadian Occupational Performance Measure) zusammen mit den Kindern und Eltern bestimmt. Um die erhobenen Alltagsziele zu erreichen, werden folgende Grundfähigkeiten gefördert:

  • Entwicklung eines positiven Selbstbildes
  • Konzentration
  • Eigensteuerung/Impulskontrolle
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Sorgfältige Handlungsplanung und -ausführung
  • Soziale Interaktion
  • Konfliktfähigkeit
  • Selbstständigkeit/Eigenverantwortlichkeit
  • Regelbewusstsein
  • Adäquater Umgang mit eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen anderer
  • Reflexionsfähigkeit
  • Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl
  • Intensives Elterntraining bezüglich einer positiven Sichtweise und Förderung des eigenen Kindes

Umsetzung der Gruppentherapie

Das Leitziel der ergotherapeutischen Gruppenbehandlung ist, dass die Kinder ein positives Selbst­ bild entwickeln und damit ihre Lebensqualität steigern. Mit einem gestärkten Selbstbild und dem Bewusstsein über die eigenen physischen, intellektuellen und sozialen Möglichkeiten steigt das Selbstvertrauen, und die Kinder nutzen ihre eigenen Fähigkeiten vermehrt, um ein erwünschtes Ergebnis zu erzielen. Sie erleben Erfolg und bearbeiten so mit der Zeit auch Aufgaben, die einen hohen Anforderungscharakter haben, und bauen ihre Ängste bzw. sozialen Defizite ab. In der täglichen Arbeit ist immer wieder deutlich zu sehen, dass vor allem eine Besserung der sozio- emotionalen Fähigkeiten, z. B. der Eigensteuerung, zu einem langfristigen Therapieerfolg und zur Verbesserung der kognitiven Leistungen führt. Anhand gezielter Fremd- und Eigenreflexion lernen die Kinder, ihre Fähigkeiten besser einzuschätzen und ihr Verhalten bewusst zu steuern. Positives Verhalten wird in der Therapie gezielt verstärkt, sodass es nach und nach beibehalten wird und die Kinder mehr Vertrauen in sich selbst entwickeln. Negativ auffallende Verhaltens­ weisen werden direkt reflektiert und es werden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Die Umsetzung dieser Lösungsmöglichkeiten wird als Wochenziel für den Alltag formuliert. Der Transfer in den Alltag wird somit strukturiert und überprüfbar gemacht.

Nur wenn die Kinder lernen, ihr Verhalten von sich aus einzuschätzen und anzupassen, kann ein langfristiger Therapieerfolg für den Alltag erreicht werden.
Um die Umsetzung im Alltag noch weiter zu unterstützen, reflektieren auch die Eltern entste­ hende Veränderungen und entwickeln so nach und nach eine positive und ressourcenorientierte Sichtweise ihres Kindes.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

© Hiebl/Münchsmeier: Ich bin stark. Ergotherapeutisches Gruppenkonzept. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein – Kopiervorlage 3.3 – 2 nur zum eigenen Gebrauch