F.O.T.T.

F.O.T.T.

(Facio-Orale-Tract-Therapie)

F.O.T.T ist mehr als „nur“ Schlucken lernen

und beschäftigt sich mit vier großen Bereichen:

  • der Atmung
  • dem selbstständigen Essen und Trinken
  • der verbalen und nonverbalen Kommunikation
  • dem Schlucken

Ziele und Inhalte der F.O.T.T.

  • Anbahnen von physiologischen Bewegungsmuster beim Schlucken
  • Kostaufbau und Kostüberprüfung bis hin zum selbstständigen normalen Essen
  • Nahrungsaufnahme durch Verbesserung der Wahrnehmung, des Bezuges zur Umwelt
  • Verbesserung der Posturalen Kontrolle und Haltungshintergrund
  • Verbesserung der Rumpfkraft (z.B. für den Hustenstoß)
  • Erarbeitung einer adäquaten Sitzhaltung beim Essen (z.B. hyperexendierten Nacken verhindern)
  • Verbesserung der verbalen und der nonverbalen Kommunikation durch Atem- und Mimikübungen
  • Sensibilitätstraining
  • Erhöhung der Selbstständigkeit und Anlernen von Übungen und Hilfsmittelumgang, wie z.B. Griffadaptation, Tetraschlaufe, Einhänderbrett)
  • Trachealkanülenmanagement

Für welche Klienten eignet sich das F.O.T.T.- Training?

  • Schlaganfall (Neglect, Apraxie, räumlich- konstruktive Störung)
  • Hirnstamminfarkt, Ataxie
  • Schädelhirntrauma
  • M. Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Querschnittslähmung
  • Criticall illness oder PNP

Kontraindikation

  • Akute Schmerzzustände
  • Massive Wahrnehmungsstörungen
  • Stark eingeschränkte Vigilanz
  • Akute Entzündungen
  • Wo wird behandelt?
  • In der Praxis befinden sich entsprechende Räumlichkeiten, in denen gezielt F.O.T.T. durchgeführt werden kann.
  • Dies kann in unterschiedlichen Ausgangstellungen, wie dem Liegen, Sitzen oder Stand erfolgen.
  • Eine Entsprechende Lagerung, bzw. Ausgangstellung ist jedoch entscheidend für eine erfolgreiche Therapie
  • Wir behandeln Sie gern auch in ihrem häuslichen Umfeld und leiten Sie an, welche Schluckmuster und Kostarten derzeit für Sie geeignet sind.
  • Wir behandeln Sie auch in Alten- und Pflegeheimen

Ganzheitliche Behandlung

Essen ist ein Grundbedürfnis, soziale Integration und Genuss sind damit gekoppelt. Eine Einschränkung beim Essen, hat meist eine Auswirkung auf die soziale Interaktion und Kommunikation. Dabei spielt auch die nonverbale Kommunikation eine große Rolle. Die Mimik, unsere Körpersprache, wurde innerhalb der Therapie lange vernachlässigt. Uns ist es jedoch wichtig den Klienten ganzheitlich und individuell zu betrachten. Auch bei der F.O.T. Therapie folgen wir diesem Grundsatz. Eine gezielte Befunderhebung ist bei der F.O.T. Therapie unumgänglich. Wichtig ist es herauszufinden, wo der Schwerpunkt der Behandlung weiterhin liegen sollte. Der Klient kann unter anderem eine eingeschränkte Wahrnehmung, Motorik oder/ und Sensibilität aufweisen. Wichtig ist es, die Ziele der Therapie darauf abzustimmen.

Theoretischer Hintergrund

F.O.T.T. ist die Abkürzung für Facio-Orale-Tract-Therapie und kommt aus dem Englischen. Diese Therapie baut auf einigen Grundlagen des Bobath- Konzeptes auf und kommt speziell bei neurologischen Erkrankungen zum Einsatz. Behandelt werden vorrangig die durch neurologische Krankheitsbilder entstehende Facialisparesen und die Schluckstörungen.

Quellen

Nusser-Müller-Busch R. (2004/2007). 2. Auflage, „Die Therapie des Facio-oralen Traktes“, Heidelberg: Springer-Verlag