CO-OP

CO-OP

Wann wendet man das CO-OP an?

  • Für Kinder ab vier Jahren [11,14,15,16]
  • Bei Erwachsenen mit neurologischen Einschränkungen

Aktuell gibt es viele wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit des CO-OP bestätigen bei:

  • umschriebenen Entwicklungsstörungen [1, 2,14]
  • umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen (DCD) [1,2, 7]
  • Asperger Autismus [3, 4, 5, 6]
  • ADHS/ADS [3]
  • Schlaganfall [8, 9,14,15,16]
  • Exekutive Dysfunktion nach Schädel-Hirn-Trauma [10, 12,14,15,16]

Was ist CO-OP?

CO-OP bedeutet “Cognitive Orientation to daily Occupational Performance” und ist ein klientenzentrierter, betätigungsorientierter Therapieansatz aus Kanada [1, 2]. Kindern und Erwachsenen wird mit Hilfe von Strategieanwendung und geleiteter Entdeckung ermöglicht, Alltagsprobleme direkt in der Therapie zu bearbeiten. Das Ziel ist es, die Basisfähigkeiten so weit zu verbessern, dass eine erfolgreiche Ausführung der Handlung im Alltag möglich ist [2]. Dieser Ansatz steht im engen Zusammenhang mit diversen sprachlichen Mittel und basiert auf drei wichtigen Punkten: [14]

  • dem Verbessern von Fähigkeiten
  • dem Entwickeln von kognitiven Strategien
  • der Generalisierung und dem Transfer des Gelernten in den Alltag [3]

Wie funktioniert CO-OP?

Das CO-OP gliedert sich in insgesamt drei Phasen:

  • Vorbereitungsphase
  • Lernphase
  • Überprüfungsphase
  1. Vorbereitungsphase
    • Der Klient formuliert zusammen mit der Ergotherapeutin anhand eines klientenzentrierten, betätigungsorientierten Fragebogens drei Alltagsziele (Alltagshandlungen). Auf diese Ziele wird in der Therapie der Fokus gelegt.
  2. Lernphase
    • Die Ergotherapeutin überprüft, wie der Klient die Handlungen ausführt und notiert die Stellen, bei denen der Klient ein Problem hat (sogenannte breakdown points).
    • Anhand der Ziel-Plan-Tu-Check-Strategie entwickelt man gemeinsam in der Therapie verschiedene kognitive Strategien/Lösungswege, die sie dazu nutzen können, um die Hürden zu überwinden.
    • Mit Hilfe der geleiteten Entdeckung lassen sich geeignete Lösungswege für das Problem entwickeln. So ist ein optimaler Lernerfolg gewährleistet, da der Klient den selbst entwickelten Lösungsweg verinnerlicht.
    • Die Ergotherapeutin nutzt die befähigenden Prinzipien während der gesamten Behandlungszeit:
      • Lass es Spaß machen!
      • Fördere Lernen!
      • Strebe Selbstständigkeit an!
      • Fördere Generalisieren und Transfer!

    Des Weiteren ermöglicht es, die Eigenverantwortung an den Klienten zurückzugeben und die Angehörigen gezielt in die Therapie einzubeziehen.

  3. Überprüfungsphase
    In der dritten und letzten Phase findet die Anwendung der erlernten kognitiven Strategie im Alltag statt. Die Eltern, die Angehörigen und das Umfeld der Klienten werden von der Ergotherapeutin angeleitet, damit auch sie ihr Kind oder ihren Partner darin unterstützen können die Problemlösestrategien anzuwenden. So wird gewährleistet, dass die Lösung in verschiedenen Situationen Anwendung findet und die erfolgreiche Ausführung in den Alltag übertragen und generalisiert wird [1, 2, 13,14]. Durch den CO-OP-Ansatz werden die Klienten darin befähigt, selbstständig Lösungsstrategien für bestehende Alltagsprobleme zu entwickeln. Die Angehörigen lernen durch das CO-OP den Klienten bei der Selbstständigkeit zu unterstützen. Durch die Lernerfolge lassen sich kognitive Strategien verinnerlichen und der Erfolg besteht auch nach Beendigung der Therapie weiter [2, 13,14,15,16].

Für nähere Informationen über den CO-OP-Ansatz stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne unter 08105/27 73 66 zur Verfügung.


Quellen

  • [1] Polatajko, H. J., Mandich, A., 2004. Ergotherapie bei Kindern mit Koordinationsstörungen – der CO-OP-Ansatz. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York
  • [2] Oetken, A., 2008. Verbesserte Koordination durch kognitive Strategien. Ergopraxis 1/08. 16-19
  • [3] Cognitive Orientation to Daily Occupational Performance. Studiert auf dem World Wide Web am 15.11.2010 unter: http://www.ot.utoronto.ca/coop/about.htm
  • [4] Rodger S, Vishram A., 2010. Mastering social and organization goals: strategy use by two children with Asperger syndrome during cognitive orientation to daily occupational performance. PhysOccupTherPediatr. 2010 Nov;30(4):264-76.
  • [5] Rodger S, Springfield E, Polatajko HJ., 2007. Cognitive Orientation fordailyOccupational Performance approachforchildrenwithAsperger’sSyndrome:acasereport. PhysOccupTherPediatr. 2007;27(4):7-22.
  • [6] Rodger S, Brandenburg J., 2009. Cognitive Orientation to (daily) Occupational Performance (CO-OP) withchildrenwithAsperger’ssyndromewhohave motor-basedoccupationalperformancegoals. Aust OccupTher J. 2009 Feb;56(1):41-50.
  • [7] Polatajko HJ, Mandich AD, Miller LT, Macnab JJ., 2001. Cognitiveorientationtodailyoccupationalperformance (CO-OP): part II–theevidence. PhysOccupTherPediatr. 2001;20(2-3):83-106.
  • [8] McEwen SE, Polatajko HJ, Huijbregts MP, Ryan JD., 2009. Exploring a cognitive-basedtreatmentapproachtoimprove motor-basedskillperformance in chronicstroke: Resultsofthreesinglecaseexperiments. Brain Inj. 2009 Dec;23(13-14):1041-53.
  • [9] McEwen SE, Polatajko HJ, Davis JA, Huijbregts M, Ryan JD., 2010. ‘There’s a real plan here, and I am responsibleforthat plan‘: participantexperienceswith a novelcognitive-basedtreatmentapproachforadultslivingwithchronicstroke. DisabilRehabil. 2010;32(7):540-50.
  • [10] Dawson DR, Gaya A, Hunt A, Levine B, Lemsky C, Polatajko HJ., 2009. Usingthecognitiveorientationtooccupationalperformance (CO-OP) withadultswithexecutivedysfunctionfollowingtraumaticbraininjury. Can J OccupTher. 2009 Apr;76(2):115-27.
  • [11] Kraus, E., Voigt-Radloff, S., 2008. 2.4 Disskussion und Schlussfolgerung in Bode, Schröder, Waltersbacher 2008. Heilmittelreport 2008. S. 96
  • [12] Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Diagnostik und Therapie von exekutiven Dysfunktionen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/125. Studiert auf dem World Wide Web am 06.12.2010 unter: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-125.htm
  • [13] Polatajko&Mandich, 2010. Fortbildungsunterlagen Kindern Erfolg ermöglichen: Der CO-OP Ansatz.
  • [14] Praxis für Ergotherapie Stefanie Herbst. Zugriff am 25.05.2015, http://www.ergotherapie-schwerte.de/Der-CO-OP-Ansatz.48.0.html
  • [15] McEwen, S.E., Polatajko, H.J., Huijbregts, M.P.J., Ryan, J.D. (2010). Inter-task transfer of meaningful, functional skills following a cognitive-based treatment: Results of three multiple baseline design experiments in adults with chronic stroke. Neuropsychological Rehabilitation. First published on: 14 April 2010 (iFirst) To link to this Article: DOI: 10.1080/09602011003638194 URL: http://dx.doi.org/10.1080/09602011003638194
  • [16] Helene Polatajko: http://www.ot.utoronto.ca/faculty/faculty_directory/polatajko_h.asp