Aktuell gibt es viele wissenschaftliche Arbeiten, die die Wirksamkeit des CO-OP bestätigen bei:

  • umschriebenen Entwicklungsstörungen [1, 2]
  • umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen (DCD) [1,2, 7]
Weiter gibt es erste Studien darüber, dass CO-OP auch wirksam ist bei:
  • Asperger Autismus [3, 4, 5, 6]
  • ADHS/ADS [3]
  • Schlaganfall [8, 9]
  • Exekutive Dysfunktion nach Schädel-Hirn-Trauma [10, 12].

Was ist CO-OP?

CO-OP bedeutet “Cognitive Orientation to daily Occupational Performance” und ist ein klientenzentrierter, betätigungsorientierter Therapieansatz aus Kanada [1, 2].

Kindern wird mithilfe von Strategieanwendung und geleiteter Entdeckung ermöglicht, Alltagsprobleme direkt in der Therapie zu bearbeiten. Das Ziel ist es, die Basisfähigkeiten so weit zu verbessern, dass eine erfolgreiche Ausführung der Handlung im Alltag möglich ist [2].

Dieser Ansatz steht in engem Zusammenhang mit Sprache und basiert auf drei wichtigen Punkten:
  • dem Verbessern von Fähigkeiten
  • dem Entwickeln von kognitiven Strategien
  • der Generalisierung und dem Transfer des Gelernten in den Alltag [3].
Wie wirkt/funktioniert CO-OP?

Das CO-OP gliedert sich in insgesamt drei Phasen:

  • Vorbereitungsphase
  • Lernphase
  • Überprüfungsphase
1. Vorbereitungsphase

Das Kind formuliert zusammen mit der Ergotherapeutin anhand eines klientenzentrierten, betätigungsorientierten Fragebogens drei Alltagsziele (Alltagshandlungen).

2. Lernphase

  • Die Ergotherapeutin überprüft, wie das Kind die Handlungen ausführt und notiert die Stellen, bei denen das Kind ein Problem hat (breakdown points).
  • Anhand der Ziel-Plan-Tu-Check-Struktur entwickelt das Kind gemeinsam mit der Therapeutin verschiedene kognitive Strategien/Lösungswege, die sie dazu nutzen können, um die schwierigen Stellen zu überwinden.
  • Mit Hilfe der geleiteten Entdeckung entwickelt das Kind den geeigneten Lösungsweg für das Problem selbst. So ist ein optimaler Lernerfolg gewährleistet, da das Kind den selbst entwickelten Lösungsweg verinnerlicht.
  • Die Ergotherapeutin nutzt die befähigenden Prinzipien während der gesamten Behandlungszeit:
    • Lass es Spaß machen!
    • Fördere Lernen!
    • Strebe Selbstständigkeit an!
    • Fördere Generalisieren und Transfer!
3. Überprüfungsphase

In der dritten und letzten Phase findet die Anwendung der erlernten kognitiven Strategie im Alltag statt. Die Eltern und das Umfeld werden von der Ergotherapeutin angeleitet, damit auch sie ihr Kind darin unterstützen können, die Problemlösestrategien anzuwenden. So wird gewährleistet, dass das Kind die Lösung in verschiedenen Situationen anwendet und die erfolgreiche Ausführung in den Alltag übertragen und generalisiert wird [1, 2, 13].
Durch den CO-OP-Ansatz werden die Kinder darin befähigt, selbstständig Lösungsstrategien für bestehende Alltagsprobleme zu entwickeln. Die Eltern lernen durch das CO-OP, ihr Kind in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Durch die Lernerfolge verinnerlichen die Kinder die kognitiven Strategien und der Erfolg besteht auch nach Beendigung der Therapie weiter [2, 13].

Für nähere Informationen über den CO-OP-Ansatz stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne unter 08105/27 73 66 zur Verfügung.

Quellen:

[1] Polatajko, H. J., Mandich, A., 2004. Ergotherapie bei Kindern mit Koordinationsstörungen – der CO-OP-Ansatz. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York
[2] Oetken, A., 2008. Verbesserte Koordination durch kognitive Strategien. Ergopraxis 1/08. 16-19
[3] Cognitive Orientation to Daily Occupational Performance. Studiert auf dem World Wide Web am 15.11.2010 unter: http://www.ot.utoronto.ca/coop/about.htm[4] Rodger S, Vishram A., 2010. Mastering social and organization goals: strategy use by two children with Asperger syndrome during cognitive orientation to daily occupational performance. Phys Occup Ther Pediatr. 2010 Nov;30(4):264-76.
[5] Rodger S, Springfield E, Polatajko HJ., 2007. Cognitive Orientation for daily Occupational Performance approach for children with Asperger's Syndrome:a case report. Phys Occup Ther Pediatr. 2007;27(4):7-22.
[6] Rodger S, Brandenburg J., 2009. Cognitive Orientation to (daily) Occupational Performance (CO-OP) with children with Asperger's syndrome who have motor-based occupational performance goals. Aust Occup Ther J. 2009 Feb;56(1):41-50.
[7] Polatajko HJ, Mandich AD, Miller LT, Macnab JJ., 2001. Cognitive orientation to daily occupational performance (CO-OP): part II--the evidence. Phys Occup Ther Pediatr. 2001;20(2-3):83-106.
[8] McEwen SE, Polatajko HJ, Huijbregts MP, Ryan JD., 2009. Exploring a cognitive-based treatment approach to improve motor-based skill performance in chronic stroke: Results of three single case experiments. Brain Inj. 2009 Dec;23(13-14):1041-53.
[9] McEwen SE, Polatajko HJ, Davis JA, Huijbregts M, Ryan JD., 2010. 'There's a real plan here, and I am responsible for that plan': participant experiences with a novel cognitive-based treatment approach for adults living with chronic stroke. Disabil Rehabil. 2010;32(7):540-50.
[10] Dawson DR, Gaya A, Hunt A, Levine B, Lemsky C, Polatajko HJ., 2009. Using the cognitive orientation to occupational performance (CO-OP) with adults with executive dysfunction following traumatic brain injury. Can J Occup Ther. 2009 Apr;76(2):115-27.[11] Kraus, E., Voigt-Radloff, S., 2008. 2.4 Disskussion und Schlussfolgerung in Bode, Schröder, Waltersbacher 2008. Heilmittelreport 2008. S. 96
[12] Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Diagnostik und Therapie von exekutiven Dysfunktionen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/125. Studiert auf dem World Wide Web am 06.12.2010 unter: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-125.htm
[13] Polatajko & Mandich, 2010. Fortbildungsunterlagen Kindern Erfolg ermöglichen: Der CO-OP Ansatz.

CO-OP

Wann wendet man das CO-OP an?
  • Für Kinder ab vier Jahren [11].